| Die Produktion von Schweiß ist für den menschlichen Organismus wichtig, weil über die Verdunstung ein Ausgleich der Temperatur stattfindet. Der Schweiß, der an den Händen und an den Fußsohlen abgesondert wird, hat außerdem die Aufgabe eine stärkere Haftung beim Anfassen und beim Laufen zu bewirken.
Viele wissen aber, dass Schwitzen auch störend und unangenehm sein kann. Zersetzen sich bestimmte Stoffe des ausgesonderten Schweißes kann es zu Geruchsbelästigung kommen und zu unangenehmen Schweißflecken auf der Kleidung und unter den Achseln. Besonders vermehrter Achselschweiß ist im Sommer vielen Menschen unangenehm.
Eine vermehrte Schweißausschüttung wird medizinisch als Hyperhidrose bezeichnet. Das kann vielerlei Ursachen haben wie zum Beispiel Unterzuckerung, Fehlregulation von Hormonen, Nebenwirkung bestimmter Medikamente oder auch psychische Störungen. Betroffene sollten versuchen, die Ursache ärztlich abklären zu lassen. Wer besonders stark schwitzt, hat meistens immer schweißnasse Hände und Füße und nasse Achselhöhlen, auch wenn diese noch so viel gereinigt und mit Deodorant behandelt werden, bringt das keinen oder nur ganz kurzfristigen Erfolg. Die Ärzte raten Betroffenen, in Deutschland geht man von etwas einer Million Menschen aus, die von der Hyperhidrose betroffen sind, durch bestimmte Verhaltensmaßnahmen zu versuchen, dass das Schwitzen eingedämmt werden kann, dazu gehört weniger Zigaretten zu rauchen, auf koffeinhaltige Getränke zu verzichten und Ähnliches. Oftmals bringen aber auch geänderte Verhaltensweisen nicht den erwünschten Erfolg, sodass Betroffene nach anderen Therapiemöglichkeiten suchen, um die Hyperhidrose einzudämmen. Dabei gibt es die Erfolg versprechende Möglichkeit Botulinumtoxin zu injizieren. Das erfolgt an den Körperstellen, von denen die lästige Schweißbildung ausgeht.
Das verwendete Botox ist ein Gift, dass die Erregungsleitung von Nerven auf die Schweißdrüsen hemmt. Der Effekt hält meistens ein halbes Jahr an, viele Betroffene, die gerade in den Sommermonaten unter der vermehrten Schweißbildung leiden, nutzen diese Methode.
Eine operative Methode ist die Schweißdrüsenabsaugung. Dabei wird ein mit Wasser verdünntes Mittel zur Betäubung gespritzt, dass die Haut vom innen liegenden Gewebe löst. Mit einer entsprechenden Kanüle werden dann die Schweißdrüsen so abgesaugt, dass keine Nerven oder Blutgefäße verletzt werden. Diese Operation dauert bis zu 30 Minuten und wird ambulant durchgeführt und kann schon bis zu 1.400 Euro kosten. Dabei werden zwischen 80 und 90 Prozent der Schweißdrüsen in den Achselhöhlen entfernt. In einigen wenigen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Schweißdrüsenabsaugung, dafür müssen aber vorher alle herkömmlichen Therapien nachweislich versagt haben. Eine Anfrage bei der zuständigen Kasse ist also nicht grundsätzlich vergeblich.
Die Schweißdrüsenabsaugung wird niemals das Schwitzen völlig beenden, aber sie kann es auf das normale Maß zurückführen. |